Finanzen im Studium: Kenn die staatlichen Leistungen, die dich unterstützen können

Finanzen im Studium: Kenn die staatlichen Leistungen, die dich unterstützen können

Studieren bedeutet nicht nur Vorlesungen, Hausarbeiten und Prüfungen – es bedeutet auch, mit dem eigenen Geld auszukommen. Für viele ist das Studium die erste Zeit, in der man finanziell auf eigenen Beinen steht. Miete, Lebensmittel und Lernmaterialien können das Budget schnell belasten. Zum Glück gibt es in Deutschland verschiedene staatliche Unterstützungsangebote, die Studierenden helfen, finanziell über die Runden zu kommen. Hier findest du einen Überblick über die wichtigsten Leistungen.
BAföG – die bekannteste Studienförderung
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist die zentrale staatliche Unterstützung für Studierende in Deutschland. Es soll sicherstellen, dass niemand aus finanziellen Gründen auf ein Studium verzichten muss.
- Höhe der Förderung: Die BAföG-Summe hängt von deinem Einkommen, dem Einkommen deiner Eltern und deiner Wohnsituation ab. Wer nicht mehr bei den Eltern wohnt, erhält in der Regel mehr.
- Rückzahlung: Die Hälfte des BAföG wird als Zuschuss gewährt, die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, das du nach dem Studium in kleinen Raten zurückzahlst.
- Antrag: Du kannst BAföG online über das Portal bafoeg-digital.de beantragen. Es lohnt sich, frühzeitig alle Unterlagen zusammenzustellen, da die Bearbeitung einige Wochen dauern kann.
BAföG ist für viele Studierende die wichtigste finanzielle Stütze – und oft höher, als man zunächst denkt.
Wohngeld – Unterstützung bei der Miete
Wenn du kein oder nur wenig BAföG erhältst, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen Wohngeld beantragen. Es handelt sich um einen Zuschuss zur Miete, der einkommensabhängig ist.
- Voraussetzungen: Du musst Mieterin oder Mieter einer eigenen Wohnung sein und darfst nicht vollständig BAföG-berechtigt sein.
- Höhe: Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach Einkommen, Mietkosten und Haushaltsgröße.
- Antrag: Zuständig ist die Wohngeldstelle deiner Stadt oder Gemeinde. Viele Ämter bieten inzwischen Online-Anträge an.
Gerade in Städten mit hohen Mieten kann Wohngeld eine spürbare Entlastung bringen.
Kindergeld und Familienzuschläge
Eltern können für ihre studierenden Kinder Kindergeld erhalten – in der Regel bis zum 25. Lebensjahr. Das Geld wird an die Eltern ausgezahlt, kann aber natürlich zur Unterstützung des Studierenden verwendet werden.
- Höhe: Aktuell beträgt das Kindergeld monatlich denselben Betrag für jedes Kind.
- Voraussetzung: Das Studium muss als Erstausbildung gelten und in Vollzeit betrieben werden.
Darüber hinaus gibt es für Studierende mit eigenen Kindern zusätzliche Hilfen, etwa Kinderzuschlag oder Elterngeld, wenn ein Kind geboren wird.
Krankenversicherung – Pflicht, aber mit günstigen Tarifen
Studierende müssen krankenversichert sein. Bis zum 25. Lebensjahr kann man in der Regel kostenlos über die Eltern familienversichert bleiben. Danach gibt es die studentische Krankenversicherung, die deutlich günstiger ist als reguläre Tarife.
- Beitrag: Der monatliche Beitrag liegt bei rund 120 Euro inklusive Pflegeversicherung.
- Tipp: Vergleiche die Leistungen verschiedener Krankenkassen – manche bieten Zusatzleistungen speziell für Studierende.
Eine rechtzeitige Klärung der Versicherung spart nicht nur Geld, sondern auch bürokratischen Stress.
Nebenjob und Steuerfreibeträge
Viele Studierende finanzieren sich zusätzlich durch einen Nebenjob. Dabei ist wichtig, die Einkommensgrenzen im Blick zu behalten, um keine Nachteile bei BAföG oder Kindergeld zu riskieren.
- Minijob: Bis 538 Euro monatlich (Stand 2024) bleibt der Job sozialversicherungsfrei.
- Werkstudentenregelung: Wer regelmäßig mehr verdient, kann als Werkstudent arbeiten und zahlt dann nur Rentenversicherung.
Ein Nebenjob kann nicht nur finanziell helfen, sondern auch wertvolle Berufserfahrung bringen.
Weitere Hilfen und Zuschüsse
Neben den großen Förderungen gibt es spezielle Unterstützungen für besondere Lebenslagen:
- Studierende mit Behinderung können zusätzliche Leistungen oder Nachteilsausgleiche beantragen.
- Härtefallfonds vieler Hochschulen helfen kurzfristig bei finanziellen Notlagen.
- Stipendien werden von Stiftungen, Unternehmen und Hochschulen vergeben – oft nicht nur nach Noten, sondern auch nach Engagement oder sozialer Situation.
Informationen zu Stipendien findest du auf Portalen wie stipendienlotse.de oder direkt bei deiner Hochschule.
Finanzielle Planung – der Schlüssel zur Ruhe im Studium
Auch mit staatlicher Unterstützung bleibt das Geld im Studium oft knapp. Ein realistisches Budget hilft, den Überblick zu behalten. Notiere alle festen Ausgaben und Einnahmen und plane einen kleinen Puffer für Unvorhergesehenes ein. Viele Banken bieten kostenlose Konten und Budget-Apps speziell für Studierende an.
Finanzielle Sicherheit bedeutet nicht, viel Geld zu haben – sondern zu wissen, dass du deine Ausgaben im Griff hast. Wenn du die staatlichen Leistungen kennst und nutzt, kannst du dich entspannter auf das konzentrieren, was im Studium wirklich zählt: Lernen, Erfahrungen sammeln und deinen eigenen Weg finden.












